Systemische Traumapädagogik / Einführung und Fortbildung

Einführung

Kinder mit traumatischen Vorerfahrungen fordern Fachkräfte in besonderer Weise heraus. Ihre Toleranz für Erregung und Anspannung, aber auch Entspannung, erscheint äußerst gering und oft braucht es nur eine Kleinigkeit, um eine Lawine von Verhaltensauffälligkeiten unaufhaltsam in Gang zu bringen. Traumata wie Gewalt, sexuelle Misshandlung, psychische Erkrankung der Eltern, Unfälle und Tod haben spezifische Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche. Diese können jedoch individuell sehr unterschiedlich sein. Die Spuren, die sie hinterlassen, sprengen oft den Rahmen unserer professionellen und persönlichen Möglichkeiten und erfordern eine traumaspezifische Sichtweise und traumapädagogische Methoden.

Im Seminar werden wir erarbeiten, wie die traumatischen Erlebnisse in der Arbeit mit Kindern und Eltern berücksichtigt werden können und eine Pädagogik des sicheren Ortes in der Praxis umgesetzt werden kann. Der Blick auf die gesamte Familie unter Einbeziehung der Mehrgenerationen-Perspektive ist hier sehr hilfreich. Im Seminar werden wir neben den Grundlagen der Traumapädagogik, auch Methoden der systemischen Beratung traumasensibel adaptieren.

Methoden:
Neben kurzen Inputs zu den Inhalten und Methoden einer systemisch orientierten Traumapädagogik, stehen die Stärkung der eigenen Haltung und des Umgangs mit traumatischen Ereignissen und Traumafolgestörungen bei Familien im Mittelpunkt. Dazu wird es die Möglichkeit geben, eigene Fälle einzubringen. Anhand der Fallberatungen wird die Theorie direkt auf die Praxis bezogen.

Termin:   19./20. März 2020 (Do/Fr), jeweils von 9.00 – 17.00 Uhr

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Leitung:   Andrea Galitz, Dipl.Pädagogin, Traumapädagogin und Traumazentrierte Fachberaterin (DeGPT/BAG-TP), Systemische Beraterin (DGSF)

Gastreferent:   Michael Hück

Tagungsort:   Bildungsstätte Marienland, Vallendar

TN-Gebühr:   230,- € (ohne Übernachtung) (Teilnehmende in unseren längerfristigen Weiterbildungen und Ehemalige 190,- €)

Anmeldeschluss:   28. Februar 2020

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Fortbildung Systemische Traumapädagogik

Zielgruppe:   Pädagogische Fachkräfte aus Jugendhilfe, Kita, Schule und OGS

 

Inhalte:   Das Einführungsseminar (siehe oben) bildet den Start der Weiterbildung, kann aber auch ausschließlich gebucht werden.

  • 07./08. Mai 2020 – Bindung und Trauma – Umgang mit Trauma im Kontext von Gewalt, Vernachlässigung, Flucht
    und Migration (Modul II)
  • 27./28. August 2020 – Stabilisierung in der pädagogischen Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen
    (Modul III)
  • 29./30. Oktober 2020 – Traumapädagogische Methoden zum diagnostischen Fallverstehen und zur Begleitung
    der Kinder im Alltag (Modul IV)
  • 10./11. Dezember 2020 – Falldarstellungen und traumasensible Beratung von Familiensystemen (Modul V)
  • 04./05. Februar 2021 – Körperliche Stabilisierung und Selbstfürsorge (Modul VI)
  • 22./23. April 2021 – Begleitung von Traumaprozessen und psychische Stabilisierung (Modul VII)
  • 10./11. Juni 2021 – Projektvorstellungen / Trauma und Organisation / Abschied (Modul VIII)

Umfang:

Die Weiterbildung setzt sich aus 8 Modulen (je 2 Tage) zusammen. Die Module bauen aufeinander auf und greifen ineinander. Alle Module bestehen aus Theorieanteilen sowie der Möglichkeit zur Fallbesprechung, prakti schen Umsetzung und Selbsterfahrung. Diese Teile werden jeweils abhängig zu den Anliegen der Teilnehmenden gestaltet. Zusätzlich zu den Modulen finden Supervisionstreffen im Umfang von insgesamt 24 UE statt .

Ergänzend treffen sich die Teilnehmer*Innen in festen Peergruppen (mind. 16 UE). Für einen qualifi zierten Abschluss ist die Teilnahme an allen Modulen, den Peergruppentreff en und der Supervision sowie die Ausarbeitung und Vorstellung einer Falldarstellung und einer Projektarbeit notwendig.

Tagungsort:   Bildungsstätte Marienland, Vallendar

TN-Gebühr:   2700,- € (ohne Übernachtung) (Frühbucher bei Anmeldung bis 31.12.2019 abzüglich 150,- €)

Anmeldeschluss:   28. Februar 2020

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