Systemische Traumapädagogik / Einführung und Fortbildung

Einführung

Kinder mit traumatischen Vorerfahrungen fordern Fachkräfte in besonderer Weise heraus. Ihre Toleranz für Erregung und Anspannung, aber auch Entspannung, erscheint äußerst gering und oft braucht es nur eine Kleinigkeit, um eine Lawine von Verhaltensauffälligkeiten unaufhaltsam in Gang zu bringen. Traumata wie
Gewalt, sexuelle Misshandlung, psychische Erkrankung der Eltern, Unfälle und Tod haben spezifische Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche. Diese können jedoch individuell sehr unterschiedlich sein. Die Spuren, die sie hinterlassen, sprengen oft den Rahmen unserer professionellen und persönlichen Möglichkeiten und
erfordern eine traumaspezifische Sichtweise und traumapädagogische Methoden.

Im Seminar werden wir erarbeiten, wie die traumatischen Erlebnisse in der Arbeit mit Kindern und Eltern berücksichtigt werden können und eine Pädagogik des sicheren Ortes in der Praxis umgesetzt werden kann. Der Blick auf die gesamte Familie unter Einbeziehung der Mehrgenerationen-Perspektive ist hier sehr hilfreich. Im Seminar werden wir neben den Grundlagen der Traumapädagogik auch Methoden der systemischen Beratung traumasensibel adaptieren.

Neben kurzen Inputs zu den Inhalten und Methoden einer systemisch orientierten Traumapädagogik, stehen die Stärkung der eigenen Haltung und des Umgangs mit traumatischen Ereignissen und Traumafolgestörungen bei Familien im Mittelpunkt. Dazu wird es die Möglichkeit geben, eigene Fälle einzubringen. Anhand der Fallberatungen wird die Theorie direkt auf die Praxis bezogen.

Termin:   05./06. Mai 2922 (Do/Fr) oder 15./16. Dezember 2022 (Do./Fr.), 9 – 17 h

Leitung:   Andrea Galitz, Dipl.Pädagogin, Traumapädagogin und Traumazentrierte Fachberaterin (DeGPT/BAG-TP), Seit 2020 freiberuflich tätig als Dozentin, Traumafachberatung und Supervisorin.

Tagungsort:   Tagungszentrum Marienland, Vallendar

TN-Gebühr:   240,- € (ohne Übernachtung) (Teilnehmende/Ehemalige unserer längerfristigen Weiterbildungen und Studierende 190,- €)

Anmeldeschluss:   Einführung am 05./06. Mai 2022 ausgebucht

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Referent:innen:

Lucas Schoop, B.A. Pädagoge, Systemischer Traumapädagoge, Teamleitung Traumapädagogische Wohngruppe „Haus Lahneck“

 

 

 

 

Carmen Dogen-Haberle, Systemische Traumapädagogin, Kinderpsychologische Beraterin und Yogalehrerin BDY/EYU, mit dem Focus auf die Anwendung des Yoga in der Psychotraumatologie als komplementärer Ansatz zur Traumapädagogik und Traumatherapie im Einzel- und Gruppenunterricht für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Supervisorin für YogaleherInnen und Dozentin für das traumsensible Unterrichten des Yoga in Aus- und Weiterbildungen. Seit 2012 selbstständig tätig in eigener Praxis und Yogaschule in Ebernhahn/Westerwald.

 

 

 

Fortbildung Systemische Traumapädagogik

Zielgruppe:   Pädagogische Fachkräfte aus Jugendhilfe, Kita, Schule und OGS

Inhalte:   Das Einführungsseminar (siehe oben) bildet den Start der Weiterbildung, kann aber auch ausschließlich gebucht werden.

  • 07./08. Juli 2022 Bindung und Trauma – Umgang mit Trauma im Kontext von Gewalt und Vernachlässigung
    (Modul II) Andrea Galitz
  • 15./16. September 2022 Stabilisierung in der pädagogischen Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen (Modul III) Lucas Schoop
  • 03./04. November 2022 Traumapädagogische Methoden zum diagnostischen Fallverstehen und zur Begleitung
    der Kinder im Alltag (Modul IV) Andrea Galitz
  • 19./20. Januar 2023 Falldarstellungen und traumasensible Beratung von Familiensystemen (Modul V) Andrea Galitz
  • 16./17. März 2023 Begleitung von Traumaprozessen und Traumasensible Organisationskultur (Modul VI)
    Lucas Schoop
  • 11./12. Mai 2023 Körperliche und psychische Stabilisierung (Modul VII) Andrea Galitz und Carmen Dogen-Haberle
  •  13./14. Juli 2023 Projektvorstellungen / Selbstfürsorge / Abschied (Modul VIII) Andrea Galitz

Umfang:

Die Weiterbildung setzt sich aus 8 Modulen (je 2 Tage) zusammen. Die Module bauen aufeinander auf und greifen ineinander. Alle Module bestehen aus Theorieanteilen sowie der Möglichkeit zur Fallbesprechung, praktischen Umsetzung und Selbsterfahrung. Diese Teile werden jeweils abhängig zu den Anliegen der Teilnehmenden gestaltet. Zusätzlich zu den Modulen finden Supervisionstreffen im Umfang von insgesamt 24 UE statt.
Ergänzend treffen sich die Teilnehmer:innen in festen Peergruppen (mind. 16 UE). Für einen qualifizierten Abschluss ist die Teilnahme an allen Modulen, den Peergruppentreffen und der Supervision sowie die Ausarbeitung und Vorstellung einer Falldarstellung und einer Projektarbeit notwendig.

Tagungsort:   Tagungszentrum Marienland, Vallendar

TN-Gebühr:   2700,- € (ohne Übernachtung) (Frühbucher bei Anmeldung bis 31.12.2021 abzüglich 150,- €)

Ehemalige Teilnehmende unserer langfristigen Weiterbildungen erhalten eine Ermäßigung in Höhe von 350,- €, bei Buchung bis 31.12.2021 von 400,- €)

Anmeldeschluss:   17. Juni 2022

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