Systemische Paartherapie und -beratung (Aufbau) DGSF

(DGSF-Zertifizierung wird aktuell angestrebt – noch unter Vorbehalt)

Beziehungen verstehen. Entwicklung begleiten. Professionelle Haltung entfalten.

Paarbeziehungen sind lebendige Systeme. Sie entstehen, entwickeln sich, geraten in Krisen, verändern sich und finden neue Formen – manchmal gemeinsam, manchmal getrennt. Jede Phase stellt Therapeut*innen vor andere Aufgaben und verlangt unterschiedliche fachliche und persönliche Kompetenzen.

Die Weiterbildung orientiert sich konsequent am Lebenszyklus von Paarbeziehungen. Die fünf Module bilden die typischen Entwicklungsphasen einer Partnerschaft ab – von der ersten Begegnung über Bindung und gemeinsame Entwicklung bis hin zu Krisen und Übergängen. Gleichzeitig versteht die Weiterbildung die Teilnehmenden als Menschen in Entwicklung: Therapeutische Kompetenz entsteht im Zusammenspiel von fachlichem Lernen, Selbsterfahrung und kontinuierlicher Supervision.

Berufsbegleitende Weiterbildung nach den Richtlinien der DGSF; anerkannt nach § 7, Bildungsfreistellungsgesetz und QualiScheck in RLP

Start: 24./25. September 2027, jeweils 9 – 18 Uhr

Leitung   

Dirk Morschhäuser, Dipl. Sozialarbeiter FH, Erlebnispädagoge (knots), Systemischer Familien- und Paartherapeut DGSF , Lehrender für systemische Paartherapie und -beratung DGSF, emotionsfokussierte Paartherapie (core skills), Ausbildung bei Gunther Schmidt in klinischer Hypnose/Hypnotherapie; langjährig tätig in einer integrierten Ehe-, Familien-, Lebens- und Erziehungsberatungsstelle, freiberuflich seit 2013 als Therapeut, Supervisor, Coach und Trainer.                                                                                                                                        

Referent*innen

Wiebke Hammon, Bachelorstudium Musiktherapie am ArtEZ Conservatorium Enschede (NL), seit 2013 musiktherapeutisch im Bereich Erwachsenenpsychiatrie, Akut- und Psychotherapiestation; Master of Counseling im Bereich Ehe-, Familien- und Lebensberatung mit psychodynamischem Schwerpunkt an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen, seit 2021 in einer Familienberatungsstelle tätig; Fortbildungen und Selbsterfahrungen im Bereich systemischer Aufstellungsarbeit, Musiktherapie, Gestalttherapie und analytischer Therapie.

Michaela Henritzi, Dipl.-Sozialpädagogin FH, Systemische (Familien-)Therapeutin ISTN, Paartherapeutin (bke), zertifizierte Entspannungstherapeutin (terramedus Akademie), langjährig tätig in einer integrierten Ehe-, Familien-, Lebens- und Erziehungsberatungsstelle.

Stephan Trossen,  Sozialarbeiter/Dipl. Sozialpädagoge FH; Systemischer Therapeut SG; Systemischer Paartherapeut DGSF; Lehrender für Systemische Therapie SG; Lehrender für Systemische Paartherapie SG/DGSF; Lehrtherapeut und Vorstandsmitglied der Saarländischen Gesellschaft für Systemische Therapie; Ehe-, Familien- und Lebensberater BAG, langjährig hauptberufliche Tätigkeit als Fachbereichsleitung psychosoziale Beratung und ambulante Hilfen eines Caritasverbandes, Mitglied im Weiterbildungsausschuss „Systemische Paartherapie“ der Systemischen Gesellschaft.

 

Tagungsort: Forum Pallotti, Vallendar

 

Inhalte

Zwei Entwicklungswege – ein Curriculum

Entwicklungsweg der Paare Entwicklungsweg der Teilnehmenden
🟢 Begegnung Wissen
🔵 Bindung Reflexion
🟣 Entwicklung Selbsterfahrung
🟠 Krise Integration
🟡 Übergänge Professionelle Identität

Die fünf Module im Überblick

🟢 Modul A – Einstieg und Prozessführung24./25. September 2027

Im Mittelpunkt stehen der Aufbau eines tragfähigen Arbeitsbündnisses, eine systemische, allparteiliche Haltung sowie sichere therapeutische Prozesse. Die Teilnehmenden gewinnen Sicherheit in Erstgespräch, Auftragsklärung und Prozesssteuerung, verstehen Konfliktdynamiken systemisch und lernen den professionellen Umgang mit hochstrittigen Paaren, psychischen Belastungen sowie Gewalt und Gefährdung.

Supervision 1 – 19. November 2027 – Reflexion erster Praxiserfahrungen.

🔵 Modul B – Bindung und Emotion28./29. Januar 2028 

Dieses Modul verbindet systemische Paartherapie mit Bindungsforschung und Emotionsfokussierter Paartherapie. Themen sind Bindungsstile und -verletzungen, Trauma, Affären im Bindungskontext sowie die Unterscheidung von Primär- und Sekundäremotionen. Die Teilnehmenden lernen den therapeutischen Umgang mit Enactments, Scham und emotionaler Überflutung und reflektieren die Wirkfaktoren erfolgreicher Paartherapie.

Supervision 2 – 11. Februar 2028 – Vertiefung anhand eigener Praxisfälle.

Selbsterfahrung I – 16.–18. März 2028 – Reflexion eigener Beziehungserfahrungen und Bindungsmuster.

🟣 Modul C – Vielfalt, Sexualität und Entwicklung – 05./06. Mai 2028 

Dieses Modul richtet den Blick auf die Vielfalt heutiger Partnerschaften: unterschiedliche Beziehungsformen, sexuelle Orientierungen, Gender- und Machtperspektiven sowie kulturelle Prägungen. Ergänzend behandelt werden Sexualanamnese, digitale Sexualität sowie Kollusionsdynamiken und Stagnation. Narrative Rekonstruktion und Ressourcenaktivierung unterstützen Paare bei der aktiven Weiterentwicklung ihrer Beziehung.

Supervision 3 – 02. Juni 2028 – Vertiefung anhand eigener therapeutischer Prozesse.

🟠 Modul D – Außenbeziehungen, Verletzung und Versöhnung – 25./26. August 2028

Affären und andere tiefgreifende Verletzungen stellen Paare vor existenzielle Fragen. Das Modul vermittelt systemische Konzepte zu Loyalitätskonflikten, Geheimnissen und Vertrauenswiederaufbau sowie differenzierungsorientierte Ansätze im Umgang mit Macht- und Kränkungsdynamiken, Schuld und Scham. Reparaturdialoge, Versöhnungsprozesse und Ritualarbeit eröffnen neue Wege der Beziehungsgestaltung.

Selbsterfahrung II – 28.–30. September 2028 – Integration persönlicher Erfahrungen

Supervision 4 – 27. Oktober 2028 – Begleitung eigener therapeutischer Fälle.

🟡 Modul E – Trennung, Abschluss und professionelle Identität –  23./24. Februar 2029

Übergänge professionell zu begleiten heißt, Trennungsambivalenz und Entscheidungsprozesse ebenso verantwortungsvoll zu gestalten wie Abschied und Neubeginn – einschließlich hochkonflikthafter Trennungen, Elternschaft danach und Patchworkdynamiken. Zugleich richtet sich der Blick auf die eigene professionelle Rolle: Übertragung, persönliche Trigger, Selbstfürsorge, Ethik und Online-Paartherapie. Das Modul schließt mit der Integration der Weiterbildung und der eigenen professionellen Identität.

Supervision V –  Gemeinsamer Abschluss und Ausblick auf die weitere Praxis – Termin wird noch bekannt gegeben

 

Termine im Überblick

24./25. September 2027 – Einstieg und Prozessführung – Modul A

19. November 2027 – Supervision 1

28./29. Januar 2028 – Bindung und Emotion – Modul B

11. Februar 2028 – Supervision 2 

16.–18. März 2028 – Selbsterfahrung I

05./06. Mai 2028 – Vielfalt, Sexualität und Entwicklung – Modul C

02. Juni 2028 – Supervision 3 

25./26. August 2028 – Außenbeziehungen, Verletzung und Versöhnung – Modul D

28.–30. September 2028 – Selbsterfahrung II

27. Oktober 2028 – Supervision 4

23./24. Februar 2029 – Trennung, Abschluss und professionelle Identität – Modul E

Termin wird noch bekannt gegeben – Supervision V –  Gemeinsamer Abschluss und Ausblick auf die weitere Praxis

 

Aufbau und Umfang

Die Weiterbildung umfasst fünf zweitägige Module, fünf Supervisionstermine sowie zwei mehrtägige Selbsterfahrungseinheiten im Zeitraum September 2027 bis Februar 2029, alle in Präsenz.

Theorie und Methodik 99 UE, Selbsterfahrung 59,4 UE, Supervision 49,5 UE, Intervision in der Peergroup 50 UE, Systemische Beratungs-/ Therapiepraxis mit Kurzprotokoll 130 UE, insgesamt mindestens 380 UE

Seminarzeiten
• 10 Seminartage Theorie und Methodik
• 6 Tage Selbsterfahrung
• 5 Tage Supervision
(jeweils 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr)

Der Abschluss erfolgt durch eine schriftliche Abschlussarbeit und/oder ein Abschlusskolloquium. Absolvent*innen erhalten auf Antrag das DGSF-Zertifikat und die Anerkennung als „Systemische Paartherapeut*in und -berater*in DGSF“. Das Kolloquium findet zusätzlich zu den Seminarterminen statt. Die Termine werden beim Abschlussseminar bekannt gegeben. Für die Teilnahme am Kolloquium entstehen zusätzliche Kosten in Höhe von 200,- €.

Teilnahmegebühren
Seminare:   1150,00 €
Selbsterfahrung:   690,00 €
Supervision:   575,00 €
Fortbildungsgebühren:   2415,00 €

Tagungspauschale:   1050,00 €

Gesamtkosten*:   3465,00 €

Einmalige Anmeldegebühr:   75,00 €

* Dieser Betrag gilt bei Zahlung in 20 Monatsraten. Bei Einmalzahlung bis 14 Tage vor dem Start bieten wir 2% Skonto (gilt nicht für Frühbucher).
Frühbucher: Bei Anmeldung bis zum 31.12.2026 gewähren wir einen Frühbucherrabatt von 150,- €, ohne Skonto.

Eingangsvoraussetzungen (verkürzt):

Hochschulabschluss oder qualifizierter Berufsabschluss (mind. 3-jährige Ausbildung) im psychosozial-/humanwissenschaftlichen Bereich mit Praxiserfahrung, jeweils in Verbindung mit einer DGSF-/SG-anerkannten Weiterbildung „Systemische Beratung/Coaching oder Therapie“ (oder gleichwertiger curricularer Fortbildung), sowie die Möglichkeit, systemische Paartherapie bereits während der Weiterbildung praktisch umzusetzen.

Infoabende: Werden noch bekanntgegeben

Anmelden