Schluss mit dem Held*innenmodus
Neurodivergent führen mit Haltung, Klarheit und entlastenden Teamdynamiken
Viele neurodivergente Führungskräfte sind es gewohnt, überdurchschnittlich viel Verantwortung zu übernehmen. Sie erkennen Probleme früh, denken komplex, finden kreative Lösungen und springen ein, wenn andere nicht weiterwissen. Was zunächst nach einer besonderen Stärke klingt, kann jedoch schnell zur Belastung werden: Die Führungskraft wird zur ständigen Ansprechperson, zur Vermittlerin, Problemlöserin oder zum Flaschenhals für Entscheidungen. Doch wirksame Führung bedeutet nicht, alles selbst zu tragen. In diesem Seminar werfen wir einen systemischen Blick auf die Führungsrolle und fragen, welche Haltung und welche Teamdynamiken dazu beitragen, dass Verantwortung sinnvoll verteilt wird und Führungskräfte nachhaltig entlastet werden. Dabei orientieren wir uns unter anderem an den Entwicklungsstufen von Martin Permantier aus „Haltung entscheidet“ und erkunden, wie innere Haltung die Zusammenarbeit in Teams prägt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der systemischen Aufstellungsarbeit. Gemeinsam machen wir sichtbar, welche Beziehungs- und Verantwortungsmuster in Teams entstehen und welche Dynamiken dazu führen, dass Führungskräfte ungewollt im Held*innenmodus landen. Gleichzeitig erforschen wir, welche Strukturen, Rollen und Formen der Zusammenarbeit Selbstorganisation fördern und Führung entlasten können. Das Seminar verbindet fachliche Impulse, Selbstreflexion, kollegialen Austausch und erfahrungsorientiertes Lernen. Die Teilnehmenden gewinnen neue Perspektiven auf ihre Führungsrolle und entwickeln konkrete Ideen für eine gesunde, wirksame und neurodiversitätssensible Führungspraxis.
Inhalte
- Neurodiversität und Führung – besondere Potenziale und Herausforderungen
- Das Modell von Martin Permantier: Wie Haltung Führung beeinflusst
- Der Held*innenmodus: Zwischen Kompetenz, Verantwortungsübernahme und Überlastung
- Systemische Teamdynamiken erkennen und verstehen
- Aufstellungsarbeit zu Rollen, Verantwortung und Zusammenarbeit
- Bedingungen für selbstorganisierte und resiliente Teams
- Möglichkeiten der Entlastung für neurodivergente Führungskräfte
- Transfer in den eigenen Führungsalltag
Denn gute Führung bedeutet nicht, die Heldin oder der Held des Teams zu sein – sondern Bedingungen zu schaffen, unter denen Verantwortung gemeinsam getragen werden kann.
Zielgruppe
Neurodivergente Führungskräfte, Teamleitungen, Projektverantwortliche sowie Menschen mit Führungsaufgaben, die ihre individuelle Art zu führen reflektieren und eine gesunde Balance zwischen Verantwortung, Wirksamkeit und Entlastung entwickeln möchten.
Termin: 20. Februar 2027, jeweils 9 – 17 Uhr
Katharina Kalaschnikov-Hinkel, Sozialarbeiterin/ Sozialpädagogin B.A., Systemische Therapeutin DGSF, langjährige Erfahrung in der ambulanten Suchthilfe, seit 2025 auch in eigener Praxis tätig
Georgina Klein, Diplom Pädagogin, Systemische Therapeutin DGSF, langjährige Tätigkeit als Psychoonkologin, seit 2025 Dozentin bei DeBiZet in Dernbach, seit 2021 auch in eigener Praxis tätig
Tagungsort: Koblenz/Vallendar
TN-Gebühr: 135,- € (ohne Übernachtung) (Teilnehmende/Ehemalige unserer längerfristigen Weiterbildungen und Studierende 100,- €)
Anmeldeschluss: 3 Wochen vorher