Unsichtbare Fäden
Nicht alles, was wir tragen, gehört uns – Transgenerationale Dynamiken systemisch verstehen und begleiten
Warum wiederholen sich manche Themen, obwohl Menschen sie bewusst anders leben möchten? Weshalb tauchen ähnliche Konflikte, Ängste oder Beziehungsmuster über Generationen hinweg immer wieder auf? Und wie kommt es, dass wir manchmal Lasten tragen, die sich nicht allein aus unserer eigenen Geschichte erklären lassen? Familiensysteme geben weit mehr weiter als genetische Merkmale. Sie prägen Werte, Überzeugungen, Rollen, Loyalitäten und Bewältigungsstrategien. Manche dieser „unsichtbaren Fäden“ stärken und tragen uns. Andere binden uns an Geschichten, die lange vor unserer eigenen Lebenszeit begonnen haben. In diesem Seminar richten wir den Blick auf transgenerationale Dynamiken und die Frage, wie Vergangenes im Heute wirksam wird. Wir erforschen, wie familiäre Aufträge, unausgesprochene Erwartungen, Verlusterfahrungen und Loyalitäten in Beratung und Therapie sichtbar werden – und wie sie für Veränderungsprozesse nutzbar gemacht werden können. Mithilfe systemischer Konzepte, Genogrammarbeit, Aufstellungen und Fallarbeit lernen die Teilnehmenden, generationenübergreifende Muster zu erkennen und in ihrem Kontext zu verstehen. Denn oft beginnt Veränderung dort, wo Menschen nicht länger gegen ein Muster ankämpfen müssen, sondern verstehen, welchem Sinn es einst gedient hat.
Inhalte
- Transgenerationale Dynamiken aus systemischer Sicht
- Loyalitäten, Familienaufträge und Beziehungsmuster
- Familienmythen, Tabus und unausgesprochene Geschichten
- Genogramm- und Aufstellungsarbeit
- Systemische Hypothesenbildung und Interventionen
- Fallarbeit und Reflexion der eigenen professionellen Haltung
Ziel des Seminars ist es, die unsichtbaren Fäden zwischen Vergangenheit und Gegenwart sichtbar zu machen und Menschen dabei zu unterstützen, ihrer Herkunft mit Würdigung zu begegnen und zugleich neue Handlungsspielräume zu entwickeln.

Zielgruppe Therapeut*innen, Berater*innen, Coaches sowie Fachkräfte psychosozialer Arbeitsfelder.
Termin: 17. April 2027, jeweils 9 – 17 Uhr
Katharina Kalaschnikov-Hinkel, Sozialarbeiterin/ Sozialpädagogin B.A., Systemische Therapeutin DGSF, langjährige Erfahrung in der ambulanten Suchthilfe, seit 2025 auch in eigener Praxis tätig
Georgina Klein, Diplom Pädagogin, Systemische Therapeutin DGSF, langjährige Tätigkeit als Psychoonkologin, seit 2025 Dozentin bei DeBiZet in Dernbach, seit 2021 auch in eigener Praxis tätig
Tagungsort: Koblenz/Vallendar
TN-Gebühr: 135,- € (ohne Übernachtung) (Teilnehmende/Ehemalige unserer längerfristigen Weiterbildungen und Studierende 100,- €)
Anmeldeschluss: 3 Wochen vorher